

Straßenkreuzungen zählen nach wie vor zu den riskantesten Knotenpunkten im Verkehr, an denen oft unter Zeitdruck entschieden wird. Rund jeder vierte Unfall geht auf eine Vorrangverletzung oder die Missachtung von Ampelsignalen zurück.
Gerade an Kreuzungen, Zufahrten, Schutzwegen oder Radfahrüberfahrten haben Regelverstöße gravierende Folgen. Allein im 1. Halbjahr 2025 passierten in Österreich 17.478 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Dabei kamen 170 Menschen ums Leben und 21.873 wurden verletzt (Quelle: Statistik Austria).
Besonders kritisch sind Bahnübergänge: Der Bremsweg eines Zuges ist etwa zehnmal länger als der eines Kraftfahrzeugs. 84 % der Kollisionen an unbeschrankten Bahnübergängen gründen auf Rotlichtverstößen (Studie der deutschen Unfallforschung der Versicherer (UDV)).
Mit jedem Rotlichtverstoß steigen neben der Unfallgefahr auch Verkehrsbehinderungen und Kosten für Einsatzkräfte.
Das Bundesministerium für Inneres (BMI) und seine Polizeidirektionen beauftragte VITRONIC mit der Entwicklung einer Lösung für mehr Sicherheit an Kreuzungen und zur Vermeidung von Rotlichtverstößen. Weitere Vorgaben waren Kosteneffizienz und die Einhaltung aller gesetzlichen Anforderungen.

Der Auftrag des Bundesministeriums für Inneres war klar: eine wirtschaftliche und rechtssichere Lösung zu entwickeln, die Rotlichtverstöße im Kreuzungsbereich zuverlässig erfasst. Gemeinsam mit SWARCO Traffic Austria haben wir die videobasierte Rotlichtüberwachungslösung in weniger als einem Jahr realisiert.“
In Zusammenarbeit mit SWARCO Traffic Austria entstand die videobasierte Rotlichtüberwachung Poliscan Redlight VA. Grundlage bildete eine interne Machbarkeitsstudie.
Eine interne Machbarkeitsstudie bildete die Grundlage für das gemeinsame Pilotprojekt von VITRONIC und SWARCO Traffic Austria. Im ersten Schritt wurde die Kombination von Lidar- und Videotechnologie untersucht. Dabei setzte sich Videotracking als alleinige Methode zur Erfassung von Rotlichtverstößen durch. Poliscan Redlight VA kann seit 2019 ohne weitere behördlichen Genehmigungen an ampelgeregelten Kreuzungen (Straße und Bahn) betrieben werden.
Eine gute und schnelle Umsetzung gelingt, wenn Synergien genutzt werden. Jeder Partner hat seine Kernkompetenzen, die im Zusammenspiel das Optimum für den Kunden bedeuten. Durch die Kooperation mit VITRONIC haben wir genau das erreicht!“
Herkömmlich wird bei der Rotlichtüberwachung auf laserbasierte Messsysteme zurückgegriffen. Diese erfordern bauliche Veränderungen an der bestehenden Infrastruktur.
Das videobasierte Messsystem von VITRONIC kommt ohne Detektoren in der Fahrbahn aus und ist an bestehenden Masten, Wänden oder Kragarmen montierbar. Damit entfallen aufwendige Genehmigungen und ein Bauaufwand, was die Investitionskosten in die Infrastruktur senkt.
Gerade in den vielen ländlichen Gebieten Österreichs zahlt sich dieser Ansatz aus: Poliscan Redlight VA kann budgetfreundlich und rasch umgesetzt werden. Die flexible Lösung erlaubt ein Verlegen an neue Standorte mit geringen Anpassungskosten.
Städte und Gemeinden erhalten ein maßgeschneidertes, präzises und budgetfreundliches System für die effiziente Überwachung von ampelgeregelten Straßen- und Bahnkreuzungen.
Als KI-gestütztes System wird Poliscan Redlight VA mit Verkehrsdaten trainiert und kann dadurch komplexe Situationen im Kreuzungs- und Bahnübergangsbereich immer genauer erfassen.